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Heizen mit
Erdwärme !
Der Trend zeigt es an: Erdwärme ist sexy.
Diese Art der Energiegewinnung ist ökologisch vorteilhaft,
bietet dem Nutzer Einsparpotenziale und versorgt das Gebäude das
ganze Jahr über mit effizienter Wärme. Hier wollen wir Ihnen
aufzeigen, wie Sie mit Erdwärme Geld sparen können und welche
Gewinnungsarten effektiv sind.
Erdwärme:
"Wenn der Hintern brennt, haben Sie zu tief gebohrt"
Bei der
Anschaffung einer neuen Heizungsanlage oder beim Neubau sollte
Sie überlegen, ob eine Erdwärme Heizung nicht das richtige für
Sie wäre? Erdwärme gibt es überall und wird durch die starke
Sonneneinstrahlung im Sommer regeneriert. Die Erdwärme kann
schon ab 80cm Tiefe genutzt werden. Da im Erdreich eine
konstante Temperatur von 8-10 Grad das ganze Jahr über
vorherrscht, gibt es im Gegensatz zu Solaranlagen im Winter keinen Leistungsabfall. Erdwärme
nennt man auch Geothermie.
Die
Geothermie ist eine langfristig nutzbare Energiequelle. Mit
den Vorräten, die in unserem Planeten gespeichert sind, könnte
im Prinzip, rechnerisch und theoretisch der derzeitige weltweite
Energiebedarf für über 100.000 Jahre gedeckt werden

Erdwärme Heizung:
Eine Erdwärme
Heizung ist
mittlerweile modern und auch massentauglich. Schweizer Bürger
nutzen diese Anlage zu mehr als 30% in Neubauten. Warum auch
nicht - steht die Erdwärme doch jederzeit und fast überall zur
Verfügung. Die "Förderung" der Erdwärme kann unterschiedlich
erfolgen, entweder über Flachsonden, Tiefensonden oder durch das
Grundwasser. Die Trägerflüssigkeit nimmt in der Erde Wärme auf
und gibt Sie an der Oberfläche über einen Wärmetauscher an das
Brauchwasser ab. Der Wärmetauscher entzieht bei jeden Durchlauf
einige wenige Grad aus der Trägerflüssigkeit und gibt es an das
Brauchwasser ab. Das kalte Trägerwasser wird wieder in die Erde
gepumpt und kommt dann später wieder erwärmt am Wärmetauscher
an. So kann man Vorlauftemperaturen von 60 Grad erreichen,
obwohl dass Wasser lediglich 10-15 Grad "warm" ist. Vergleichbar
wäre das Prinzip mit dem Kühlschrank, nur dass im Kühlschrank
die Wärme zur Kältegewinnung genutzt wird.
Zur Gewinnung der Erdwärme wird lediglich günstiger
Wärmepumpen-Strom benötigt, der von einigen Stromanbietern
reduziert ist. Positiver Nebeneffekt bei allen Erdwärmeanlagen:
Im Sommer kann der Effekt umgedreht genutzt werden, so wird die
Wärme aus dem Haus in das Erdreich übergeben. Ist man nicht
sicher, welche Art der Erdwärmenutzung für den jeweiligen
Haushalt am besten ist, so helfen Fachmänner weiter. Die
Leistung bzw. die Effizienz der Anlagen wird im Verhältnis zur
eingesetzten Pumpenenergie gesetzt.
Erdwärme mittels
Flachsonden
Diese Erdwärme Gewinnung ist
im Verhältnis zu den anderen Arten der Gewinnung am wenigsten
effektiv.
Es werden Flachsonden ca. 1 - 2 Meter Tiefe auf eine relativ
große Fläche verlegt. Das spart eine teure Tiefenbohrung,
funktioniert aber auch nur bei einer relativ großen Fläche.
Durch die Flachsonden zirkuliert eine Trägerflüssigkeit, das die
Wärme aus dem Boden aufnimmt und an den Wärmetauscher abgibt. So
entsteht ein Kreislauf, der das Kesselwasser im Haus erwärmt.
Dieses kann nun entweder über eine Fußboden- oder
Wand-Strahlungsheizung oder auch über Radiatoren abgegeben
werden - abhängig von der Vorlauftemperatur. Effizienz ca. 1:3
bis 1:4 -> das bedeutet dass Sie für die Förderung von 3 KW
Heizleistung 1 KW an Strom benötigen, Sie sparen dadurch 66% als
bei herkömmlichen Brennstoffen. Heizung kann monovalent (als
alleinige Heizung) oder zur Unterstützung eine bereits
installierten Heizung (bivalent) eingesetzt werden.
Erdwärme mittels
Tiefenbohrung
Effektiver, aber teurer ist eine Tiefenbohrung. Hier wird die
Sonde vertikal in den Boden eingesetzt. Der Vorteil:
geringer Platzbedarf und eine bessere Effizienz wie Flachsonden.
Die Tiefensonden arbeiten technisch genauso wie Flachsonden,
durch die tiefere Bohrung kann allerdings mehr Wärme pro
Durchlauf an die Trägerflüssigkeit abgegeben werden, was
wiederum Strom spart und die Effizienz der Anlage erhöht. Leider
sind die Bohrungen relativ teuer, rechnen Sie hier alleine für
die Bohrung ja nach Gestein und Untergrund zwischen 3.000 und
10.000 Euro inkl. Sonde. Die Preise werden aber durch die
stetige Nachfrage in den nächsten Jahren deutlich sinken.
Effizienz bei Tiefenbohrung: 1:4 -> das bedeutet, Sie benötigen
1 KW Strom um 4 KW Heizleistung "herzustellen". Sie sparen hier
gegenüber herkömmlichen Brennstoffen ca. 75%.-> monovalent
nutzbar, da auch im harten Winter genügend Wärme übertragen
werden kann.
Erdwärme mittels
Grundwasser
Die beste Nutzung der Erdwärme erfolgt über das Grundwasser.
Dazu benötigt man zwei Brunnen auf dem Grundstück. Aus dem
ersten Brunnen wird das relativ warme Wasser (10-12 Grad)
ausgepumpt, die Wärme wird an einen Wärmetauscher abgegeben und
in den zweiten Brunnen wird das Wasser wieder dem Grundwasser
zugeführt. Die beiden Brunnen benötigen einen Mindestabstand,
damit kein abgekühltes Wasser angesaugt wird . Die Errichtung
der beiden Brunnen kommt den Kosten einer Tiefenbohrung gleich.
Die Nutzung der Erdwärme über Grundwasser ist die beste Nutzung
und bringt eine Effizienz von ca. 1:4 bis 1:5 - monovalent.
Fazit:
Die "Ausbeute"
steht in einem sehr guten Verhältnis zum Aufwand und zu den
Kosten. Eine Erdwärme Heizung ist zwar im Gesamten in der
Anschaffung teurer, aber die Mehrkosten werden durch die nicht
mehr zu zahlenden Brennstoffe wieder wett gemacht. Auch können
Sie sich die Kosten für eine aufwendige Wartung und die Kosten
des Schornsteinfegers sparen. Wer beim Neubau gleich eine
Erdwärme Heizung mit einplant, kann ebenfalls noch mal Geld
sparen. Ein Schornstein wird nicht benötigt und auch die
Ausgrabung für die Flachsonden kann beim Kellerbau mit erledigt
werden. Auch kann bei steigendem Bedarf davon ausgegangen
werden, dass die Technik in den nächsten Jahren noch effizienter
und vor allem preiswerter wird.
Alternative: Luft-Luft
Wärmetauscher
Wer keine Bohrung möchte, kann sich über einen Luft-Luft
Wärmetauscher die Sonden sparen. Hier wird die Außenluft
angesaugt und die Energie mittels Wärmetauscher an die Luft im
Haus oder an das Brauchwasser übertragen. Selbst im Winter holt
dieser Tauscher bei bis zu 0 Grad noch Energie aus der Luft,
wobei dann die Effizienz am geringsten ist. Sie sollte deshalb
bivalent (in Kombination mit einer anderen Heizung) betrieben
werden. Ideale Begleitheizungen sind Pelletsheizungen oder
Solarthermen.
-> Informationen zum
Funktionsprinzip einer
Wärmepumpenheizung.
Immer frische Luft
Sie sollten (bei einem Neubau erst recht) auch über eine
kontrollierte Lüftung nachdenken. Dabei werden die Räume durch
Zu- und Abluftschläuche verbunden. Mittels Wärmetauscher wird
die Wärme der Abluft auf die Frischluft übertragen, mit einer
Effizienz von ca. 90-95%. So geht nur minimale Energie verloren.
Im Sommer kann das Haus durch die kühle Nachtluft abgekühlt
werden. Clevere Anlagen können im Sommer sogar als billige
Klimaanlage verwendet werden. Dazu werden die Rohre, die die
Luft transportieren, unterirdisch verlegt. Unter der Erde
herrscht das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von
8-10°. Abgesehen davon wird bei dieser cleveren Anlage im Winter
die Ansaugluft etwas vorgewärmt, was wiederum Energie spart.
Durch diverse Filter sind Lüftungsanlagen ideal für Allergiker. |